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Neukölln, 08.07.2008
Die unendliche Geschichte geht weiter
Im Rollbergviertel treffen täglich die unterschiedlichsten Kulturen und Religionen aufeinander. Spannungen und Nachbarschaftskonflikte bleiben da nicht aus. Im April 2002 stellte sich das
Quartiersmanagement des Viertels die Frage „Was können wir gegen das anonyme Nebeneinander im Kiez unternehmen?“ Es gab viele Anregungen, stundenlang wurde diskutiert, bis mit der Idee eines lockeren und gemütlichen Beisammenseins das Projekt
»Der Rollberg tafelt, Mieter kochen für Mieter« ins Leben gerufen wurde.

MORUS 14

Immer mittwochs zwischen 12 und 14 Uhr treffen sich die Bewohner aus dem Kiez und aus der Umgebung zu einem gemeinsamen Mittagstisch im Gemeinschaftshaus MORUS 14. In der Rollbergsiedlung bedeutet dies eine kulinarische Reise durch die Küchen der Nationen, wie zum Beispiel die der Türkei, Indiens, mehrerer arabischer und afrikanischer Länder. Auch die europäische Küche kommt nicht zu kurz - jeden ersten Mittwoch im Monat gibt es Schweinefleisch. Jeder Erwachsene zahlt 3,50 Euro, um den Einkauf des Essens für die nächste Woche zu finanzieren. Mineralwasser und Tee gibt es gratis. Kinder können ab 14:00 Uhr kostenlos essen.

Unterstützt vom MORUS 14-Team stellen die jeweiligen Köche ein schmackhaftes Menü zusammen. Gegessen wird aber nicht, bevor Gilles Duhem – Vorstandsmitglied des Vereins – das so genannte „Tischgebet“ gesprochen hat: Dabei stellt Gilles nicht nur die Meister der Töpfe und deren Helfer vor, er weist auch, gut informiert, auf Aktivitäten und bevorstehende Veranstaltungen im oder außerhalb des Kiezes hin.
Im Gemeinschaftshaus haben bereits Prominente wie die Justizsenatorin Karin Schubert, die Neuköllner Migrationsbeauftragte Karin Korte und der Integrationsbeauftragte des Senats Günter Piening in der Küche gestanden. Und auch Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit hat schon, gemeinsam mit Alfred Biolek, in den Rollbergtöpfen gerührt.
Mit seinem Projekt „Mieter kochen für Mieter“ wurde das Gemeinschaftshaus MORUS 14 e. V. im Jahr 2004 mit dem Neuköllner Bürgerpreis geehrt.

An einem Mittwoch im Sommer diesem Jahres waren die Vorbereitungen für das Essen allerdings weitaus aufwendiger, als ohnehin üblich: 400 Einladungen wurden verschickt, Lebensmittel wurden zentnerweise in den Küchenraum geschleppt, alles wurde auf Hochglanz poliert, der Gemeinschaftsraum zeigte sich von seiner schönsten Seite – „Mieter kochen für Mieter“ fand zum 300. Mal statt! Gekocht wurde das gleiche Menü wie beim ersten Kochen am 12. Juni 2002. Als Vorspeise gab es Pilzsuppe, als Hauptgang einen ausgezeichneten Sauerbraten. Abgerundet wurde das Menü mit Rhabarber auf Vanillepudding. Die Köchin und andere Akteure der ersten Stunde waren zugegen und als ein Film von diesem „historischen“ ersten Essen gezeigt wurde, blieb nicht jedes Auge trocken. Der Erlös der Tombola dieses Tages kommt dem Projekt „Netzwerk Schülerhilfe“ zugute.
Besonders beliebt ist „Mieter kochen für Mieter“ bei der älteren Generation. Viele kommen regelmäßig und engagieren sich als Mitglieder im Verein. Da gibt es schon mal einen Blumenstrauß zum Geburtstag. Manche sitzen auch noch nach dem Essen gemütlich zusammen und tauschen Neuigkeiten aus. Was mit einem vorsichtigen Abtasten begann, ist längst zu einer großen Familie zusammengewachsen, zu einer festen Institution, die aus dem Kiez nicht mehr wegzudenken ist.

Möchten Sie einmal im Gemeinschaftshaus kochen, dann sind Sie herzlich willkommen und können sich unter dieser Telefonnummer
(0 30) 63 22 67 85 melden.
Förderverein Gemeinschaftshaus MORUS 14 e.V. Morusstraße 14 12053 Berlin
Web: www.morus14.de, E-Mail: info@morus14.de


Neuer Kinderchor an Neuköllner Schule Buddhistischer Orden Shinnyo-En fördert soziales Langzeitprojekt in Berlin

Kindern auch aus sozial nicht privilegierten Schichten Lebensfreude zu vermitteln und eine Alternative zu Fernsehen und Straße zu bieten ist das zentrale Anliegen eines neuen Kinderchor-Projekts in Neukölln. Dieser Chor wurde im Mai durch die Initiative des buddhistischen Ordens Shinnyo-En an der Sonnen-Grundschule ins Leben gerufen und mit einem langfristigen Budget ausgestattet.

Andreas Fiol, der für den in Japan beheimateten Orden
gemeinsam mit Hideo Takano in Deutschland hauptamtlich tätig ist:
„Shinnyo-En fördert weltweit zahlreiche soziale und kulturelle Projekte und arbeitet dabei eng mit Institutionen wie dem Roten Kreuz, den Vereinten Nationen aber auch mit der katholischen Kirche zusammen. Auch in Deutschland engagieren wir uns seit langem. Für uns lag nahe, ein Projekt gerade in einer Stadt wie Berlin zu fördern, wo es einen großen Bedarf an sozialem Engagement gibt.“

Dem Chor gehören 25 Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren an. Als
Chorleiterin konnte für das Projekt Stephanie Bugiel gewonnen werden, die bereits den renommierten Kinderchor Gropiuslerchen leitet. Stephanie Bugiel: „Für mich ist das Projekt an der Sonnen- Grundschule besonders interessant, weil es den musikalischen Aspekt mit dem sozialen verbindet. Es geht nicht nur darum, dass die Kinder gemeinsam musizieren. Über das Musizieren versuchen wir, sie auch an Toleranz im Umgang miteinander heranzuführen und
ihnen –ebenso wie die Schule - Gemeinschaftsgefühl und Selbstbewusstsein zu vermitteln.“ Die Leiterin der Grundschule im Dammweg, Renate Lauzemis, ist von dem Projekt ebenfalls begeistert. „Die Schulen können die Probleme an den Kiezstandorten nicht alleine schultern. Aus diesem Grund sind wir froh darüber, dass mit Hilfe von Shinnyo-En ein solches Projekt verwirklicht
werden kann.“

Die Mitglieder des Chors treffen sich regelmäßig einmal in der Woche zur Probe. Daneben sollen später nach Möglichkeit auch gemeinsamen Freizeiten stattfinden. Oberstes Ziel des Projekts ist es, dass die Kinder Spaß am gemeinsamen Singen haben und spielerisch erfahren, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Religion zusammen Freude haben und sie mit Hilfe der Musik anderen Vergnügen bereiten können.

Shinnyo-En - Der Projektträger
Shinnyo-En ist ein 1936 gegründeter buddhistischer Orden, dessen Tradition im über 1100 Jahre alten Shingon-Buddhismus wurzelt. Im Kloster Daigo-ji in der alten Kaiserstadt Kyoto – heute UNESCO-Weltkulturerbe - hat der Ordensgründer Shinjo Ito seine Weihen erfahren und hier wird er in einem eigenen Tempel geehrt. Es ist eines der Hauptanliegen Shinnyo-Ens, den Menschen zu dienen. Berlin hat für Shinnyo-En besondere Bedeutung. Im Sommer wird der Orden hier für seine wachsende Zahl von Gläubigen aus
ganz Europa und darüber hinaus eine feierliche buddhistische Zeremonie veranstalten, zu der auch Vertreter anderer Religionen eingeladen werden und in deren Rahmenprogramm Chöre der Weltreligionen als Zeichen ihrer Verbundenheit auftreten werden.

Andreas Fiol: „Im buddhistischen Glauben spielt die „Einheit in der
Vielfalt“ eine besondere Rolle. Berlin, das vor 20 Jahren im Zentrum der deutschen Vereinigung stand, ist ein Sinnbild dafür. Aus diesem Grund ist es ein besonderes Anliegen Shinnyo-Ens, sich in dieser Stadt wie bereits in anderen Regionen der Welt sozial zu engagieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Hilfe für Kinder, denn sie sind es, die die Zukunft gestalten werden.
Aus diesem Grund ist das Projekt auch nicht zeitlich befristet.
Wir wollen nachhaltig helfen.“

Die Sonnen-Grundschule
An der Sonnen-Grundschule haben 85 % der Schüler und Schülerinnen einen
Migrationshintergrund. Lauzemis: „Da viele der Kinder aus Familien kommen, die ihnen keine großen Bildungsmöglichkeiten eröffnen können, arbeiten wir mit Institutionen und Künstlern zusammen, die den Kindern ermöglichen, Kultur (Kunst, Theater, Musik) kennen und wertschätzen zu lernen. Wir wollen das Selbstwertgefühl der Kinder stärken und erreichen, dass sie ihre Persönlichkeit entwickeln können. Sie sollen sich mit der Schule und ihrem Kiez identifizieren. Mit unserem pädagogischen Konzept wollen wir einen
Beitrag zur Gewaltprävention und zur Integration leisten.“

Für Rückfragen:
Shinnyo-En Deutschland
c/o Kohl PR & Partner
Peter Rall
Telefon: 030 22 66 79 21
Mobil: 0172 32 02 090
Email: <mailto:p.rall@kohl-pr.de> p.rall@kohl-pr.de

Neukölln, 24.07.2008
Neuköllner Stadtteilmütter
Von Reinhard Linzke
Es begann im Mai 2004 im Quartiersmanagemetgebiet Schillerpromenade:
Das Projekt „Stadtteilmütter“ wurde unter der Trägerschaft des diakonischen Werks Neukölln – Oberspree geboren. Als kleines Kiezprojekt hat es sich zu einem großen Pilotprojekt für ganz Nord-Neukölln und Gropiusstadt entwickelt.
In diesem Projekt geht es darum, dass  Frauen - bevorzugt türkisch- und arabischer Herkunft – zu Stadtteilmüttern ausgebildet werden. Anschließend besuchen, beraten und betreuen sie Familien aus ihrer Heimat. Im Besonderen werden zunächst die Mütter betreut, um dadurch auch die Väter zu erreichen. Ihre Arbeit beginnt da, wo das Bemühen behördlicher Einrichtungen an den Wohnungstüren abprallt.
Es gibt viele Migranten, die sich mit ihren Problemen nicht von alleine an irgendwelche sozialen Behörden wenden würden, da kommen die Stadtteilmütter gerade recht. Neuköllner Stadtteilmütter

Bei ihren Besuchen geht es hauptsächlich um Bildungsfragen, Sprach- und Gesundheitsförderung, Erziehungsfragen, Sexualentwicklung, Suchtvorbeugung, Umweltfragen, die Vermittlung an soziale Einrichtungen und vieles mehr. So wird zum Beispiel das Erlernen der deutschen Sprache gefördert. Den Eltern wird klargemacht, was für eine Bedeutung der Besuch einer Kita oder auch das Nutzen andere Vorschulangebote für die persönliche Entwicklung ihrer Kinder hat.
Ziel ist es dabei die Familien dahin gehend zu beraten, dass sie sich öffnen und in die Gesellschaft integrieren. Dies geschieht aber nicht ohne den nötigen Respekt für die unterschiedlichen kulturellen und religiösen Weltanschauungen.
In der Regel werden die Frauen mit offenen Armen empfangen. Es kommt aber auch vor, dass Hürden übersprungen und Barrieren abgebaut werden müssen.Die Kontakte zu den Familien entstehen durch persönliche Ansprache der Stadtteilmütter in ihrer unmittelbaren Umgebung, durch Empfehlungen, Werbung auf Kiezfesten und Flyern. Wer sich nicht zuhause beraten lassen will, kann auch eine der offenen Frauentreffs oder ähnliche Einrichtungen besuchen

Eine enge Zusammenarbeit mit Neuköllner Kitas, Grundschulen, Gemeinden, Moscheen, Jugendeinrichtungen und Migrantenorganisationen erleichtert die Arbeit der Stadtteilmütter erheblich.
Zu erkennen sind die Frauen an einem roten Schal, der seit September 2006 in allen neun Neuköllner Quartiersmanagementgebieten anzutreffen ist. In einer Tasche tragen sie eine Menge an Informationsmaterial mit sich. Durch den flächendeckenden Einsatz der Stadtteilmütter entstand erstmalig in Deutschland ein enges soziales Hilfenetz für rund 150.000 Menschen in einem Stadtbezirk.

Gefördert vom Senat, dem Bezirksamt, vom Jobcenter und dem Diakonischem Werk  gibt es derzeit 127 Stadtteilmütter davon arbeiten 27 auf Honorarbasis. Bis Ende des Jahres sollen es insgesamt 200 Frauen werden, die den roten Schal der Stadtteilmütter tragen und ihre Erfahrungen an andere weitergeben. Ob das Projekt über das Jahr 2008 hinausläuft ist noch nicht sicher.

Das Projekt Stadtteilmütter, das seinen Ursprung in Holland hat,
ist eine praktische und für jeden sichtbare und erlebbare Integrationsarbeit im
Bezirk, so Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky.
Für die hervorragende Arbeit von Frauen mit Migrationshintergrund erhielt am 31.10.2007 das Projekt Stadtteilmütter einen Präventionspreis.

Liste der offenen Frauentreffs

1.QM – Schillerpromenade
Koordinatorin                                                      Frau Tülay Savac
Telefon                                                                68247728
Ort                                                                         Interkulturelleselternzentrum
Oderstraße 174
Montag  9:00 bis 12:00 Uhr

2. QM – Rollbergsiedlung               
Koordinatorin                                                      Frau Keziban Aydin
Telefon                                                                68094182
Ort                                                                         Familienkompetenzzentrum
Falkstraße 24
Mittwoch 09:00 –12:00 Uhr
(zurzeit findet das Treffen in der  Schierker. Str. statt)
3. QM- Körnerpark                           
Koordinatorin                                                      Frau Keziban Aydin
Telefon                                                                68094182
Ort                                                                         Frauencafe im Nachbarschaftsheim
Schierker Straße 53
Mittwoch 09:00 –12:00 Uhr
4. QM- Flughafenstraße                  
Koordinatorin                                                      Frau Leyla Celik
Telefon                                                                68094196
Ort                                                                         Blueberry Kinder- und Elterntreff
Reuterstraße 10
letzten Dienstag im Monat
09:00 – 12:00 Uhr

5. QM- Reuterkiez                                            
Koordinatorin                                                      Frau Leyla Celik
Telefon                                                                68094196
Ort                                                                         Elele Nachbarschaftszentrum
(Forum Soziale Dienste e.V.)
Hobrechtstraße 55
Dienstag 09:00 – 12:00 Uhr

6.QM- Richardplatz                          
Koordinatorin                                                      Frau Safaa Mohajeri
Telefon                                                                68094182
Ort                                                                         jugendfreizeiteinrichtung Scheune
Richardplatz 25
Freitag 9:00 –12:00 Uhr

7.  QM- Gropiusstadt       
Koordinatorin                                                      Frau Muna Naddaf
Telefon                                                                68094199
Ort                                                                         Frauencafé Gropiusstadt
Löwensteinring 22
Dienstag 9:00 -12:00 Uhr

8. High-Deck-Siedlung    
Koordinatorin                                                      Frau Serap Özder-Pfisterer
Telefon                                                                68094199
Ort                                                                         Mittendrin
Sonnenallee 319
Mittwoch 10:00 – 12:00 Uhr

9. Weiße Siedlung                            
Koordinatorin                                                      Frau Abier Nasereddin
Telefon                                                                68094199
Ort                                                                         Nachbarschaftstreff B³
Dieselstraße 9    
Mittwochs 09:00-12:00 Uhr                             

Kontakt
Pilotprojekt Stadtteilmütter in Neukölln
Maria Macher
Projektleiterin
Karl-Marx-Straße 83 (Rathaus), 12040 Berlin
Tel.: (0 30) 68 09 41 85

E-Mail: stadtteilmütter@diakonisches-werk-berlin.de

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